Krimiautorin und Kolumnistin aus Lübeck. Stammt aus dem Harz und hat in Göttingen und Hamburg gelebt.

Wie ein Krimi-Talk entsteht

Die Filmemacherin Mona LuersHilke Flebbe, die Inhaberin des Klassik-Altstadt-Hotels in Lübeck, hat es gern spannend. Deshalb liest sie nicht nur mit Vorliebe Krimis, sondern interviewt auch die Autor*innen, die sie geschrieben haben. Mona Luers von com:moveo Norddeutschland zeichnet die Interviews auf, die bei einem Walk zu den Schauplätzen der Handlung entstehen. Krimi-Talk vor Ort nennt sich das Format. Jetzt wurde  ich interviewt! Mehr…

Die Phase des Feinschliffs

Harke und Schaufel stehen auf StrohDie Romanidee zum Thema Häkel-Henri, den Wollladenbesitzer wider Willen, war also ausgereift. Ich habe ihm eine Mitarbeiterin zur Seite gestellt, die nicht auf den Mund gefallen ist (und ebenso wenig auf den Kopf) und über die sich Henri manchmal wundern muss. Außerdem hat er einen Gegenspieler bekommen, den Rinderbaron Jochen. Rinderbaron? Ja, denn die Geschichte spielt auf dem Land. Henri selbst stammt von einem Bauernhof. Die Geschichte stand – nun folgte die Phase des Feinschliffs und gleichzeitig die Agent*innensuche. Mehr…

Wollladenbesitzer wider Willen

Zwei Männerhände mit begonnener HäkelarbeitLassen sich Handarbeiten und Schreiben miteinander kombinieren? Diese Frage stellte sich mir, nachdem ich während des ersten Lockdowns meine Strick- und Häkelnadeln aus der Versenkung gezogen hatte und fortan ein Häkeltierchen nach dem anderen fabrizierte. Mein wiederentdecktes Hobby machte mir soviel Spaß, dass die Tastatur länger unberührt blieb. Doch damit war ich nicht zufrieden. Also sinnierte ich: Ich müsste über das Handarbeiten schreiben. Natürlich kein Sachbuch, es sollte schon ein Krimi werden. Irgendwas mit einem Wollladenbesitzer wider Willen vielleicht …? Mehr…

Stricknadel oder Mistgabel?

Was aus meinen kindlichen Berufswünschen wurde

Karla Letterman auf dem PferdAls angehende Jugendliche gab es zwei Dinge, die mich restlos begeistern konnten: Handarbeiten und Reiten. Seit wir ab der dritten Grundschulklasse stricken und häkeln lernten, freute ich mich wie Bolle darauf, neue Wolle aussuchen zu dürfen. Und seit ich mit meiner Freundin Claudia das erste Mal um die Wette galoppiert war, liebte ich dieses Gefühl von Freiheit. So gab es für mich bei der Berufswahl nur zwei Möglichkeiten: Stricknadel oder Mistgabel.

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Würdevoll welken

Tulpen können würdevoll welken, wie hier gelbe und rot-gelb-gestreifte in der VaseImmer wenn ich einen Tulpenstrauß welken sehe, denke ich: wie würdevoll! Ich weiß nicht genau, woran es liegt, denn man kann schließlich nicht behaupten, die Blumen blieben aufrecht. Im Gegenteil, gern neigen sich Stängel und Blätter zur Seite, und auch die Blütenblätter geben ihre gerade Haltung auf. Dennoch bewahren sie eine Anmut, die vorbildlich ist. Können wir Menschen davon lernen? Mehr…

Essen nach Buchcover

Das Buch "Kindheit" von Peggy ParnassWenn zu Jahresbeginn alle ihre guten Vorsätze in die Tat umsetzen wollen, haben Ernährungstrends wieder Hochkonjunktur. Während mancher sich nach der Schnitzeldiät sehnen mag, machen andere ernst, mit mediterraner, flexitarischer oder Low-Carb-Diät. Klingt richtig mühsam, oder? Doch es geht auch phantasievoller, zum Beispiel mit ›Essen nach Farben‹. Als Bücherfreundin habe ich jetzt einen brandaktuellen Tipp: Essen nach Buchcover!

Und so geht’s.

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Die Geschichte mit dem ›Hui!‹

Seebrücke in KellenhusenZum besinnlichen Weihnachtsfest möchte ich eine leicht melancholische Liebesgeschichte lesen. Sie ist ungekürzt und vollständig, also mehr als der übliche Appetithappen.

Schauplatz ist Kellenhusen an der Ostsee, ein Ort, an dem der Wind so manchem manches Lied erzählt. Genau hinhören lohnt sich!

Lauschen Sie der Erzählung Wind lesen aus dem Erzählungsband Von Lübeck bis Laboe.

Google weiß alles

Google-Anzeige mit bienenfreundlichen PflanzenEs ist schon eine Weile her, dass man ganz allgemein von Suchmaschinen sprach. Doch das Internet macht unser Leben ja täglich einfacher, und irgendwann stellte sich heraus: Google weiß alles. Also reicht es zu googeln, wenn man eine Frage ans Universum hat. Der mächtige US-Konzern jedoch scheint zu argwöhnen, das habe sich noch nicht überall herumgesprochen – jedenfalls wirbt er gerade unübersehbar mit dem Slogan ›Jede Suche bringt dich weiter‹.

Nun ja, könnte man einwenden, das kommt vielleicht auf das Ergebnis an … Aber womöglich ist die Bemerkung philosophisch gemeint, nach dem Motto: Der Weg ist das Ziel. Probieren wir die Praxistauglichkeit doch einfach aus!

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Windige Geschichten

Cover der Anthologie "Woher der Wind weht"›Woher der Wind weht‹ lautete der Titel einer Ausschreibung des AutorenVerbandes Franken. Eingereicht werden konnten Kurzgeschichten und Erzählungen. Die Autor*innen wetteiferten um den Schaeff-Scheefen-Preis, der nach dem Gründer des Verbandes genannt ist. Die 31 besten Geschichten erschienen jetzt in einer Anthologie. Mit dabei: mein Kurzkrimi »Heldenbild«. Darin geht es um eine Jahrzehnte zurückliegende Rettungsaktion, für die ein Schüler seinerzeit groß gefeiert wurde. Nachträglich erweist sie sich als unerträglich windige Geschichte.

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Korso? Warum nicht gleich eine Panzerparade?

Zeitungs-Schlagzeile über einen verbotenen Motorrad-KorsoWer den ›Herzenswunsch‹ eines kleinen, kranken Kindes infrage stellt, gilt schnell als hartherzig. Ich riskiere das. Denn die Berichterstattung der von uns abonnierten Lokalzeitung bietet m.E. reichlich Anlass zur Kritik. Statt sachlich zu berichten, setzt sie wie ein Boulevard-Blatt auf die Herz-Schmerz-Karte. Stadt verbietet Motorrad-Korso für den kleinen Matheo, so titelten die Lübecker Nachrichten (LN) am Donnerstag.

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Grüner Anstrich

5 Elektroroller stehen auf dem BürgersteigÜber Elektroroller wird viel geredet. In der Einführungsphase ging es vor allem um die Verkehrssicherheit und darum, ob die Gefährte cool rüberkommen. Nach und nach verschob sich der Fokus. Die Diskussion dreht sich immer häufiger um Rüpel-Fahrer*innen und Abstell-Ärgernisse. Doch ein Thema bleibt auf der Strecke: die Öko-Bilanz.

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Behrensdorf-Blues

Tretboot am Strand von BehrensdorfBirte fährt zur Erholung nach Behrensdorf an der Ostsee. Auch Markus, ein erfolgreicher Landschaftsmaler, hat sich in der Gegend einquartiert. Unter trübem Novemberhimmel treffen beide aufeinander. Es wird keine fröhliche Begegnung – und doch eine, die beide nicht missen möchten.

Hören Sie einen Ausschnitt aus der Erzählung Behrensdorf-Blues, gelesen von der Autorin. Erschienen ist die Geschichte im Erzählungsband Von Lübeck bis Laboe.

Supermarkt-Engel

Zwei Gewürze und zwei Flaschen SektNormalerweise sieht mein Besuch im Supermarkt so aus: Tief Luft geholt, Maske aus der Tasche gezerrt, aufgesetzt, durch den Markt gehetzt. Mit spitzen Fingern Ware aus dem Regal gezogen, mit gezückter Karte an der Kasse mit den Füßen gescharrt, bezahlt, raus. Tief Luft geholt. Mit anderen Worten versuche ich den Aufenthalt im Supermarkt so kurz wie möglich zu halten.

Doch nun hatte ich an zwei Tagen hintereinander ausgerechnet dort zwei ungewöhnlich nette Begegnungen. Mehr…

Wenn ich die See seh …

Wolken spiegeln sich im MeerWenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr. Zugegeben, der Spruch ist geklaut, doch die Gefühle empfinde ich selbst.

Zum einen schwimme ich gern in der Ostsee – obwohl baden es wohl, ehrlich gesagt, eher trifft. Denn am liebsten lege ich mich auf den Rücken und lasse mich von den Wellen schaukeln.

Zum anderen kann ich mich am Meer nicht sattsehen. Nicht nur die fantastischen Spiegelungen bei ruhigem Seegang wie hier in Hohwacht sind dafür verantwortlich.

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Der wahre Grund für Deutschlands EM-Aus

Der wahre Grund, ein Mann im Zerrspiegel

Mister X – auf eigenen Wunsch unkenntlich gemacht

Auf manche Sachverhalte lohnt es sich, einen zweiten Blick zu werfen – das gilt sogar für die Fußballwelt. Letterman Investigations ist eine sensationelle Enthüllung gelungen. Der wahre Grund für Deutschlands EM-Aus liegt ganz woanders als gedacht!

Enttäuschte Deutsche sehen die Verantwortung bei Jogi Löw. Analog dazu schieben resignierte Schweizer die Schuld für das verlorene Viertelfinalspiel Vladimir Petković in die Schuhe. Die Medien beteiligen sich rege an der Schelte. Doch jetzt müssen alle Geschichten umgeschrieben werden. Keinen der beiden Trainer trifft eine Schuld!

Der Grund liegt vielmehr im Verhalten eines mysteriösen Mannes begründet. Nennen wir ihn Mister X. Mehr…

Echtes Publikum, echte Blumen, große Freude

Karla Letterman bei der Lesung mit PublikumMir war nicht klar, dass Stühlerücken einmal Musik in meinen Ohren sein würde! Ich, die ich sonst eher empfindlich auf Nebengeräusche reagiere, merkte am Donnerstag, wie sehr mir das gefehlt hat: echtes Publikum! Räuspern, niesen, hüsteln, sogar mit Taschentuchverpackungen knistern – plötzlich waren mir diese Töne höchst willkommen.

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Augenblick mal … Wind lesen? Wetter stricken?

Einladung zur Ausstellung'Augenblick mal'Man stutzt, traut seinen Augen nicht, sieht noch einmal hin, tritt näher … Die Künstlerin Ingrid Mohr beschäftigt sich mit Fragilität, Flüchtigkeit und Wandelbarkeit. Ihre aktuelle Ausstellung mit dem Titel ›Augenblick mal …‹ ist in den Räumen der GEDOK Schleswig-Holstein in der Holstenstr. 14-16 in Lübeck zu sehen. Einladung zur Lesung 'Wind lesen'Von weitem scheint sich z.B. ein Schwarm Insekten gemeinsam im Kreis zu bewegen. Aus der Nähe jedoch ergibt sich ein ganz anderes Bild. Mit wenigen feinen, raffiniert eingesetzten Mitteln bringt Ingrid Mohr die Betrachter*innen zum Staunen.

In diesem einmaligen Ambiente darf ich ›Wind lesen‹ und weitere Kurzgeschichten präsentieren! Eine passendere Umgebung hätte ich mir kaum wünschen können, denn Augenblick mal, die Aufforderung, sich nicht mit dem ersten Eindruck zufriedenzugeben, passt bestens auch zu meinen Geschichten. Mehr…

Kaufen. Lesen. Einen unbeschwerten Sommer erleben.

Karla Letterman mit ihrem Buch 'letztlich tödlich'Heute wende ich mich mit einer wichtigen Botschaft an Sie. Doch wie fange ich an? Am besten vielleicht ganz allgemein.

Nun, manche Dinge hängen zusammen. Zum Beispiel gesetzt den Fall, man möchte einen unbeschwerten Sommer erleben. Dann sollte man sich nicht nur weiterhin virenfeindlich verhalten. Man sollte außerdem dafür sorgen, dass die Flaschen im Regal neben dem Bücherschrank genügend Umdrehungen beinhalten. Eine Sonnenbrille sollte man parat haben. Wenn nötig, eine Lesebrille. Und damit wären wir wieder bei den Zusammenhängen.

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Die mysteriösen Gedenktafeln

Gedenktafeln in der Burchardi-Kirche HalberstadtSie betreten eine Kirche, halten einen Moment inne, Ihr Blick fällt gleitet über die Seitenwände. Da erfasst Sie ein eiskalter Schauder. Auf den Gedenktafeln zu Ihrer Linken stehen Jahreszahlen, die in der Zukunft liegen! Sie fühlen sich wie mitten in einem Thriller.

Wie es oft ist angesichts von Unfassbarem, klammert sich Ihr Hirn an den nächstbesten Strohhalm, sprich: klaren Gedanken. Wie hieß denn noch dieser Film mit den unheimlichen Grabinschriften? Oder war es ein Roman von Stephen King? Oder haben Sie das etwa selbst geträumt?

Da, plötzlich …

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Criminale: Rückschau statt Vorfreude

Lesung im Aachener KrönungssaalHeute wäre meine Aufregung hochgeschnellt. Ich hätte mich auf den Weg gemacht, es wäre eine Reise von vier bis fünf Stunden gewesen, von Lübeck nach Iserlohn. Meine Fantasie geht mit mir durch: Am Abend würde ich die ersten Bekannten treffen. Würde ich doch, oder? Sabina Naber, Krimiautorin aus Wien, meine Criminale-Patin von 2019, hätte bestimmt Zeit für ein Kaltgetränk an der Bar.

Was konnten wir herrlich miteinander lästern, damals. Und jetzt hat sie gerade ihr neues Buch herausgebracht! Sie würde mir viel zu erzählen haben … Mehr…

Give the drink a Miss!

Drink mit Pfeil auf ein junges MädchenWenn man eine Fremdsprache nicht oder nur wenig beherrscht, sitzt man schnell mal einem Irrtum auf. Damit meine ich nicht unbedingt false friends wie sympathy oder absichtlich nicht-übersetzte Idiome. Manchmal sind es kleine, feine Verwechslungen, manchmal etwas, das man sich grob zusammenreimt. Das niedlichste Beispiel ist mir neulich begegnet: Give the drink a miss!
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Misstrauen in der Kameradschaft

Die Sonne als Symbol der SonnenbrüderIn meinem Roman Die Hexenpapiere geht es um die Pläne der (fiktiven) ›Kameradschaft der Sonnenbrüder‹. Ihr Anführer, in jeder Hinsicht ein Fan Heinrich Himmlers, will dessen Hexenforschung fortführen.

Dazu braucht er die Hilfe eines Mitarbeiters mit dem Decknamen ›Hugin‹, der für seinen Gau und damit für den Südharz zuständig ist. Doch nicht nur diese beiden Männer trauen sich gegenseitig nicht über den Weg.

Hören Sie einen Ausschnitt aus Kapitel 6 des Romans, gelesen von der Autorin.

Knappe Knete oder Knotenzunge

Glassplitter auf dem GehwegMein Entspannungsspaziergang, den ich frohgemut antrat, währte nicht lange. Allzubald hörte ich es unter den Schuhen knirschen. Was für ein hässliches Geräusch!

Meine Laune besserte sich weder, als ich die Ursache entdeckte – Glassplitter – noch als es neben mir knackte. Da öffneten zwei junge Männer die nächsten Bierflaschen. Ob sie die Scherben zu verantworten hatten? Ich fragte sie nicht, denn ich wollte keinen Knatsch.

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Frühlingshoffnung

Kraniche am HimmelWas für ein Timing: Gestern sehen wir auf mare TV einen Film über die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, und heute sehe und höre ich einen Kranichschwarm gen Norden fliegen! Da keimt sofort Frühlingshoffnung auf. Sehr passend, denn übermorgen ist der meteorologische Beginn der grünen Jahreszeit.

Mein Herz hüpft! Ich kann mich der Faszination dieses Vogels nicht entziehen, der nicht nur vom Jahreszeitenwechsel kündet, sondern in manchen Kulturen gar als Glückssymbol gilt. Auch ich … Mehr…

Wunderliche Weibs-Bilder

Einige Kartoffeln, davon 3 geschält und eine halb geschält

O Annabelle, du schöne Helle!

Eine Freundin berichtete heute von ihrer Erfahrung mit dem Mädchenfänger. Unangenehm sei es gewesen. Schmerzhaft. Dabei ist sie nicht etwa einer dubiosen Internetbekanntschaft auf den Leim gegangen. Sie machte Bekanntschaft mit einem medizinischen Gerät, das man (immer noch) so nennt. Erstaunlich, welch wunderliche Weibs-Bilder nach wie vor kursieren! Mehr…

Schafe in Gefahr!

Schafe laufen dichtgedrängt auf einer WeideWas Biobauer Ulf Hartmann morgens um sieben erfährt, schockiert und bekümmert ihn. Bald ist es Stadtgespräch. Manche zerreißen sich das Maul und beschuldigen andere.

Es geht hoch her im idyllischen Südharzstädtchen Bad Lauterberg.
Doch was ist überhaupt passiert?

Lauschen Sie einem Ausschnitt aus meinem Roman Wer mit Wölfen spielt und erfahren Sie, worum es in dieser Szene geht!

Krawall ums Kraweel

Die Krwaeel Lisa von LübeckDie Lisa von Lübeck ist ein nachgebautes mittelalterliches Schiff, ein Kraweel. Zu besonderen Anlässen spielt eine Laiengruppe darauf historische Szenen nach, zum Beispiel eine Entladung.

Der frischgebackene Polizeikommissar Peer Leichtfuß macht beim Joggen eine merkwürdige Entdeckung. Am Bugspriet der Lisa ist eine Rolle befestigt, die dort nicht hingehört. Peer angelt sich die Rolle und betrachtet sie genauer …

Die Erzählung Krawall ums Kraweel ist in Ute Scharmanns und meinem Buch Von Lübeck bis Laboe erschienen. Hören Sie einen Ausschnitt – gelesen von der Autorin.

Die Nacht des Heiligen Jürgen

Gischt in der Ostsee in TravemündeWenn in Travemünde der Wind wütet und die Ostsee Schaumkronen schleudert, ist der Strand menschenleer. An einem solchen Tag können dubiose Dinge passieren, und niemand bemerkt sie. Jedenfalls nicht sofort …

Oliver, Deutschlehrer am Goethe-Institut in Bangladesch, reist auf Bitten seines Onkels in die Heimat. Er habe etwas mit ihm zu regeln, erklärt der Onkel, und es sei dringlich. Ehe Oliver es sich versieht, macht er Bekanntschaft mit einer Arrestzelle.

Hören Sie einen Ausschnitt aus der Kriminalerzählung Die Nacht des Heiligen Jürgen, gelesen von der Autorin. Erschienen ist die Geschichte im Erzählungsband Von Lübeck bis Laboe.

Die fremde Macht

De Mond - die fremde Macht am HimmelMan strebt in der abendlichen Kälte eiligen Schrittes nach Hause. Plötzlich wird der Blick  magisch angezogen, man muss nach links sehen – und ist wie vom Donner gerührt. Eine fremde Macht hat den Mond am Himmel platziert!

Leider ist man ein wenig zu weit entfernt, hat auch nicht den richtigen Fotoapparat dabei und friert wie ein Schneider. Doch man muss stehenbleiben und die runde helle Scheibe anstarren. Denn man weiß: So bald bietet sich dieses Schauspiel nicht wieder.

Man möchte planen können: Morgen um diese Zeit komme ich wieder und bringe die Spiegelreflexkamera samt Stativ mit. Doch da spielt Mutter Natur nicht mit. Nicht nur, dass der Himmel am nächsten Tag wolkenverhangen sein könnte, nicht nur dass der Mondaufgang sich zeitlich verschiebt. Frau Luna wird auch an völlig anderer Stelle erscheinen!

Natürlich lässt sich das alles wissenschaftlich erklären und berechnen. Doch trotz unseres Wissens behält das Phänomen seinen geheimnisvollen Zauber. Kein Wunder, dass in vielen Kulturen die Mondgöttin eine wichtige Rolle spielt. Denn sieht man das Schauspiel des Mondaufgangs, ahnt man eine fremde Macht.


Foto: Karla Letterman