Wer weiß schon.
Kategorie: Anblick
Hat das faszinierende Schattenspiel auf der Düne nicht etwas Bedrohliches? Ist das undurchdringlich schimmernde Wasser nicht etwas unheimlich?
Wer nach Spannung, nach dem Thrill sucht, dem empfehle ich einen aufmerksamen Blick in seine unmittelbare Umgebung zu werfen.
Doch mit ebendieser Achtsamkeit lassen sich auch Kleinode entdecken und Traumstimmungen erleben.
Warum ich überall rote Katzen sehe
Gerade fällt mir wieder auf, wie selektive Wahrnehmung funktioniert.
Ich sehe überall rote Katzen: bei uns in der Straße, in der Innenstadt, selbst wenn ich in meiner Lieblingskneipe aus dem Fenster schaue.
Schwarze, weiße oder getigerte Katzen scheint es nicht mehr zu geben. Jedenfalls für mich nicht. Derzeit nicht.
Allein im Restaurant
Ein Mann sitzt allein im Restaurant. Drei Tische werden von altmodischen metallenen Deckenlampen erleuchtet, der Rest des riesigen Raumes ist dunkel. Hat der Mann sich eingeschlichen?
Grundsätzlich ist das Restaurant in Betrieb, das lässt sich aus den frischen Blumen schließen, die auf den Tischen stehen. Aber vielleicht ist der Grund, weshalb keine weiteren Menschen anwesend sind, die Uhrzeit. Durch die großen Fenster kann man sehen, dass es Nacht ist. Womöglich Mitternacht?
Nur mit Tricks konnte man dich ertragen, altes Jahr!
Wenn man die politische Großwetterlage betrachtet, kann man nur feststellen, dass 2023 ein schauriges Jahr war. Verständlicherweise tun viele Menschen viel dafür, sich ihren Mikrokosmos nett zu gestalten und so eine insgesamt erträgliche Bilanz ziehen zu können. Nur mit Tricks lässt sich die erschreckende Erkenntnis ausblenden, dass auf der Insel der Glückseligen immer weniger Menschen Platz finden. Selbst Spenden für den guten Zweck erleichtern einem das Gewissen nicht auf Dauer.
Was also tun, um sich zum Jahresende ein paar schöne Stunden zu bereiten? Mehr…
Das Grab von Ida Boy-Ed auf dem Burgtorfriedhof
Dieser Text handelt von zwei Themen, dem Besuch eines Friedhofs bei Regen und dem Gedenken an eine berühmte Frau. Ich habe versucht, zwei Beiträge zu verfassen, doch ich schaffte es nicht, das eine vom anderen zu trennen, was vielleicht daran liegt, wie ich zu dem Besuch kam.
Vorweg sei erwähnt: Seit ich in Lübeck lebe – seit sechs Jahren – habe ich mir immer wieder vage vorgenommen, den Burgtorfriedhof zu besuchen. Ich hatte von Führungen und Gedenkveranstaltungen gelesen, die dort stattfinden, und hatte daraus den Eindruck gewonnen, es müsse ein ehrwürdiger, vielleicht sogar ein schöner Friedhof sein.
Warum also war ich bisher nie dort gewesen? Ganz einfach: Ich hatte Angst, dass es ein banaler, nicht wirklich sehenswerter Ort sein könnte. Das hätte mich sehr enttäuscht, denn meine Erwartungen waren hoch. Ich wusste, ich würde diese Begräbnisstätte mit anderen vergleichen, die mich beeindruckt haben, dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg etwa oder dem Dorotheenstädtischen in Berlin.
Und was trieb mich nun plötzlich auf den Burgtorfriedhof? Mehr…
Warum ich erst beim vierten Anlauf das Rote Kliff sah
Nach Sylt fahren, in Westerland einchecken, einen Spaziergang zum Roten Kliff unternehmen – klingt machbar. Soweit die Theorie. Wir hatten ein paar Tage Urlaub auf ›Der Insel‹ gebucht, und weil wir es vor sieben Jahren so gemacht hatten, wollte ich auch jetzt gleich am ersten Tag das Rote Kliff sehen.
Wir beschrifteten also artig unsere Gästekarten, zeigten sie der Strandübergangswärterin, begaben uns an die Wasserkante und marschierten Richtung Norden. Da musste das Rote Kliff bald in Sicht kommen, doch, doch, ganz bestimmt.
Heimelige Holzhütte
Als ich neulich im Wesloer Forst diesen kleinen, geschützten Hochstand entdeckte, fühlte ich mich sofort in meine Kindheit zurückversetzt. So ein geschütztes Plätzchen hätte ich zusammen mit Freundinnen sofort in Beschlag genommen! Es wirkt wie eine heimelige Holzhütte – mit den Baumkronen als Dach.
Warum strahlt die kleine Konstruktion eine solche Geborgenheit aus?, fragte ich mich.
Dramatischer Herbsthimmel
Ich liebe diesen dramatischen Herbsthimmel! Düsteres Dunkelblau, darüber eine dicke, drückende Wolkenschicht – und dann sekundenschnell wechselnde, vereinzelte Sonnen-Spots – etwas Spannenderes gibt es kaum!
Es ist wie ein Kampf der Urgewalten. Setzt sich ein wütender Thor durch, oder schaffen es Sol oder Helios, die Düsternis zu durchbrechen?
Auch wenn ich liebliche Lichtstimmungen an lauen Sommerabenden sehr mag, ziehe ich einen theatralischen Herbsthimmel noch vor. In Ostholstein gibt es genügend Plätze mit weitem Ausblick (hier bei Seedorf im Kreis Segeberg) – eine kleine Erkundungstour im September lohnt sich allemal.
Foto: Karla Letterman
Selfie-Suchbild
Spiegelungen üben auf mich eine große Faszination aus. Sie sind ein spezieller Filter der Wirklichkeit. Sie vervielfältigen das abgebildete Objekt, können es aber auch weichzeichnen, verzerren, bewegen (ich denke an eine Wasserspiegelung). Wann immer sich ein See, ein Fenster oder eine glänzende Fläche vor einem interessanten Motiv auftut, kann ich nicht anders: Ich zücke mein Smartphone oder den Fotoapparat. Gestern knipste ich dabei zufällig eine Art Selfie-Suchbild.
Wenn ich die See seh …
Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr. Zugegeben, der Spruch ist geklaut, doch die Gefühle empfinde ich selbst.
Zum einen schwimme ich gern in der Ostsee – obwohl baden es wohl, ehrlich gesagt, eher trifft. Denn am liebsten lege ich mich auf den Rücken und lasse mich von den Wellen schaukeln.
Zum anderen kann ich mich am Meer nicht sattsehen. Nicht nur die fantastischen Spiegelungen bei ruhigem Seegang wie hier in Hohwacht sind dafür verantwortlich.
Die mysteriösen Gedenktafeln
Sie betreten eine Kirche, halten einen Moment inne, Ihr Blick fällt gleitet über die Seitenwände. Da erfasst Sie ein eiskalter Schauder. Auf den Gedenktafeln zu Ihrer Linken stehen Jahreszahlen, die in der Zukunft liegen! Sie fühlen sich wie mitten in einem Thriller.
Wie es oft ist angesichts von Unfassbarem, klammert sich Ihr Hirn an den nächstbesten Strohhalm, sprich: klaren Gedanken. Wie hieß denn noch dieser Film mit den unheimlichen Grabinschriften? Oder war es ein Roman von Stephen King? Oder haben Sie das etwa selbst geträumt?
Da, plötzlich …
Frühlingshoffnung
Was für ein Timing: Gestern sehen wir auf mare TV einen Film über die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, und heute sehe und höre ich einen Kranichschwarm gen Norden fliegen! Da keimt sofort Frühlingshoffnung auf. Sehr passend, denn übermorgen ist der meteorologische Beginn der grünen Jahreszeit.
Mein Herz hüpft! Ich kann mich der Faszination dieses Vogels nicht entziehen, der nicht nur vom Jahreszeitenwechsel kündet, sondern in manchen Kulturen gar als Glückssymbol gilt. Auch ich … Mehr…
Die fremde Macht
Man strebt in der abendlichen Kälte eiligen Schrittes nach Hause. Plötzlich wird der Blick magisch angezogen, man muss nach links sehen – und ist wie vom Donner gerührt. Eine fremde Macht hat den Mond am Himmel platziert!
Leider ist man ein wenig zu weit entfernt, hat auch nicht den richtigen Fotoapparat dabei und friert wie ein Schneider. Doch man muss stehenbleiben und die runde helle Scheibe anstarren. Denn man weiß: So bald bietet sich dieses Schauspiel nicht wieder.
Man möchte planen können: Morgen um diese Zeit komme ich wieder und bringe die Spiegelreflexkamera samt Stativ mit. Doch da spielt Mutter Natur nicht mit. Nicht nur, dass der Himmel am nächsten Tag wolkenverhangen sein könnte, nicht nur dass der Mondaufgang sich zeitlich verschiebt. Frau Luna wird auch an völlig anderer Stelle erscheinen!
Natürlich lässt sich das alles wissenschaftlich erklären und berechnen. Doch trotz unseres Wissens behält das Phänomen seinen geheimnisvollen Zauber. Kein Wunder, dass in vielen Kulturen die Mondgöttin eine wichtige Rolle spielt. Denn sieht man das Schauspiel des Mondaufgangs, ahnt man eine fremde Macht.
Foto: Karla Letterman
Märchenhafter Abendhimmel
Ein Abendhimmel leuchtet in den verschiedensten Pastelltönen: zartes Gelb ist dabei, außerdem hellgrau, apricot, altrosa und taubenblau. Kann das sein? Oder wurde mit Mitteln der digitalen Bildbearbeitung nachgeholfen?
Man fragt sich das sofort, weil das Bild nicht ganz natürlich wirkt. Mehr…
Schöner leerer Strand

Am 10. April 2020
Mit einigen Bildern vom Strand vor Travemünde möchte ich an die Zeit erinnern, als es menschenleer war. Denn ab morgen – Feiertag, Brückentag, langes Wochenende – wird sich das ändern.
Doch im März und April gab es viele Tage, an denen am Hauptstrand und am Brodtner Ufer Corona-bedingt fast niemand zu sehen war. Einheimische durften dort mit Sicherheitsabstand spazieren gehen oder joggen – doch auch bei schönstem Wetter blieben viele dem Strand fern.
Bloß keine Symbolik jetzt!
Als ich nach der Sturmflut am Brodtner Ufer spazieren ging, fielen mir die Veränderungen sofort auf. Wo vorher Sandstrand gewesen war: alles voller Steine! Mülltonnen und Schilder: umgekippt. Bäume: noch mehr entwurzelt. Und doch strahlte das Ufer vor Schönheit. Das erste, was mir dazu in den Kopf kam, war: oh, ein Symbol! Um gleich darauf zu denken: Bloß keine Symbolik jetzt!
Die prachtvollen Stockrosen
Jeden Sommer sehen sie unterschiedlich aus: die prachtvollen Stockrosen-Rabatten vor den Gartenzäunen. Die Pflanzen, zweijährig, säen sich selbst aus, wenn man sie nicht herunterschneidet. Deshalb bleibt die Farbmischung ein wenig dem Zufall überlassen.
Ich erinnere mich noch genau, wann sie mir zum ersten Mal aufgefallen sind: das war 1993 in Gdansk. Ich konnte mich nicht sattsehen an dem bunten Schmuck, der jedes noch so graue Haus in eine fröhliche Sommerresidenz verwandelte.
Der bunte Angeberhimmel bei Gewitter
Wenn sich ein Gewitter zusammenbraut, zeigt Petrus, was er kann.
Doch selten sah ich ihn derart tief in die Farbkiste greifen. Es war äußerst sehenswert, wie heute, am 31. Juli 2019, ein abendliches Gewitter über Lübeck aufzog und sich die Wolken dann abregneten.
Die Waldeidechse ist eine Sonnenanbeterin
Bei freundlichem Wetter hält sie sich gern auf freien Flächen auf: Die Waldeidechse ist eine Sonnenanbeterin. Mit ihrem hübschen Muster wäre es auch zu schade, wenn sie sich nur versteckte! In Norddeutschland heißt sie auch Mooreidechse, weil sie sich gern in sumpfigen Gebieten aufhält. Mehr…
Der perfekte Platz für Inspiration
Im nördlichen Arm Deutschlands, 25 Kilometer von der Küste entfernt und nur 45 Autominuten vor Dänemark, gibt es einen perfekten Platz für Künstler*innen. In Rendsburg liegt ein Garten, so verwunschen und weltoffen zugleich, dass er der perfekte Platz für Inspiration ist.
Fifty Shades of White
Schneeweiß, perlweiß, altweiß, schmutzigweiß, zahnweiß, kalkweiß, barytweiß, wolkenweiß, cremeweiß, alabasterweiß… undsoweiter, undsoweißer.
Auch wenn Weiß keine Farbe ist, so gibt es davon so viele Schattierungen, dass man mit etwas Fantasie sicher auf fifty shades of white kommt.
Ostern die Weite suchen!
Die Staus auf der Fahrt zu Schwiegermuttis Osterbrunch verderben vielen die Freude. Andere, die sich heute Nachmittag noch nach Geschenken für Kind, Mann und Hund abhetzen werden, haben jetzt schon schlechte Laune.
Kein Wunder, dass viele das Weite suchen. Doch will man sich in den Feiertagstourismus einreihen? Wieso nicht stattdessen mal zu Ostern die Weite suchen? Mehr…
Was stimmt nicht mit diesem Haus?
Hinziehen möchte man nicht direkt. Ein schönes großes Gebäude zwar, auch ruhig gelegen, Natur drumherum. Und doch fragt man sich schon beim ersten Blick: Was stimmt nicht mit diesem Haus?
Verlassen auf weiter Flur
Verlassene Gebäude und Wohnwagen üben große Faszination aus. Manche nennen es „morbiden Charme“ und stellen zum Fotografieren ein hübsches Aktmodell davor, um den Kontrast zu betonen. (Höhö!)
Beim Sonntagsspaziergang knipst man derlei Motive gern, eine willkommene Abwechslung zu Mama im Pelzmantel vor Villa, vor Fernblick und neben Rosenbusch.
Man fragt sich unter angenehm grusligem Schauder: Wohnt da noch jemand?
Das geheimnisvolle Licht am Ende
Wenn Licht am Ende des Tunnels blinkt, denkt man automatisch an etwas Gutes. Das macht das Sprichwort. Mehr…
Schwelgen in Orange
Das Geniale am Herbst ist: es gibt so viel Gemüse in Lieblingsfarbe! In meinem Fall ist das orange. Deshalb kann ich auf dem Markt nicht an Karotten und Süßkartoffeln vorbeigehen, auch wenn ich eigentlich nur Kürbis kaufen will. Mehr…
Hübsch und häufig
Als ich vor ein paar Tagen im Oberharz diesen hübschen Schmetterling entdeckte, war ich sicher, auf ein Juwel gestoßen zu sein.
Schauspiel mit Wolken
Gestern Abend zur besten Spielfilmzeit machte der Himmel auf Drama. Ich knipste und knipste. Plötzlich rief ein Nachbar: „Vorsicht! Handys darf man bei Gewitter nicht benutzen!“ Mehr…
Die Kormorane des Ibykus
Spätestens nachdem man die „Kraniche des Ibykus“ gelesen hat, kann man sich Vögel als Verbündete einer höheren Macht vorstellen. Mehr…
Unaufhaltsame Boten
Unten am Strand schreitet der Tag gemächlich voran. Wetterfeste Touristen lassen sich vielleicht nach dem Mittagessen blicken, um sich ein wenig die Füße zu vertreten.
Die Strandkörbe bieten Platz für jeden, der sich unsichtbar machen will. Ein Bösewicht lauert womöglich auf eine reiche alte Dame, der er die Handtasche entreißen kann.
In meiner Fantasie hat ein heimtückischer Mörder den Korb Nummer 219 gewählt, um sich vor Verfolgern zu verbergen. Doch er wird nicht entkommen.
Swarm solving?
Ähnlich wie die Kraniche des Ibykus wird der Gänseschwarm zur Entlarvung des Täters beitragen. Ich weiß noch nicht wie – doch die Formation am Himmel kommt mir sehr entschlossen vor. Wie unaufhaltsame Boten einer wichtigen Nachricht. Schließlich spricht man von Schwarmintellingenz. Warum sollte es nicht swarm solving geben – eine neue Aufklärungsdisziplin?
Ein Ort, vier Tage, vier Welten
Wer wie ich das Privileg hatte, von Donnerstag (15.2.) bis heute Zeit an der Ostseeküste zu verbringen, konnte sein Wunder erleben, auch sein blaues. Mehr…
Das unheimliche Signal
Da läuft man als Erholungsbedürftiger nichtsahnend am Strand längs – und plötzlich stockt der Schritt. Ein Mahnmal! Hat hier jemand bewusst ein Kreuz aufgebaut?
Wenn ja: warum, um Himmels Willen? Bestimmt nicht, weil ein Kind hier seinen Hamster beigesetzt hat, oder?
Maximale Aufmerksamkeit
Dieses rohe Kreuz wirkt wild und verzweifelt zugleich. Hat jemand einem geliebten Verstorbenen ein Denkmal gesetzt?
Oder hat ein Mörder, der zwar unerkannt bleiben, aber dennoch maximale Aufmerksamkeit erregen will, sein Signal in den Boden gerammt?
Womöglich ist der Baumrest ein wütender Hinweis auf einen Mord an hilfesuchenden Schiffbrüchigen vor zweihundert oder mehr Jahren? Ein unvergessenes Familiendrama? Die See sieht hin – und schweigt.
Kriminalistisch doppelt interessant
Bei diesem Bild kämpfen zwei Fragen in meinem Kopf um die Vorherrschaft.
- Wer hat hier randaliert?
Dass die Mauer nicht von selbst derart unnatürliche Verrenkungen macht, liegt auf der Hand. Dass ein Dagegenlaufen im Vollrausch nicht diesen Grad der Zerstörung hervorruft, ebenfalls. War es ein besessener Baggerfahrer, dem der Grundstückseigentümer die Freundin weggeschnappt hat? War es ein Bauunternehmer, der das Grundstück gern ersteigert hätte? - Wer wird sich hier nachts wohl treffen?
Eine Emily und ein Dennis auf dem Weg in den coolen Club werden diese Ecke meiden, ebenso wie ein Herr und eine Frau von Wolkenheim. Wenn ich Polizistin auf Streifenfahrt wäre, würde ich spätabends mal einen Blick riskieren. Treffen sich hier Dealer? Junkies? Raufbolde? Desaströse Ecken ziehen zwielichtiges Volk an wie Licht die Motten. In meinem nächsten Krimi wird an dieser Stelle ein Verbrechen geplant!
Die Gruselkirche
Eine Kirche? Da fehlt doch was…?
Tatsächlich bewirkt der nicht mehr vorhandene Glockenturm der Kirche St. Johannis in Ellrich, dass das Gebäude wie ein Gruselschloss wirkt – besonders wenn sich drohende Wolken am Himmel zeigen.
Die Erhabenheit des sakralen Restbauwerks, kombiniert mit der herausgehobenen Position auf dem weiten Marktplatz, lässt einen erzittern. Welche Macht muss gewütet haben, den Turm zu zerstören? Steckt eine Schuld dahinter? Eine Verschwörung? Vielleicht eher Thriller- als Krimistoff, doch spannend allemal. Eines jedoch steht fest. Dracula und Gesinnungsgenossen haben hier keine Chance, denn die Kirchengemeinde ist sehr aktiv!
Was macht die Frau in meinem Krimi?
Silhouetten sind ein Hingucker, der neugierig macht! Mich natürlich nochmal extra: Könnte ich diese Frau in meinem Krimi unterbringen? Wer verbirgt sich dahinter? Ist das eine Täterin? Ich bräuchte noch eine…
Doch dieses Bild weckt zunächst andere Gedanken. Was gibt’s zu sehen: Eine Frau. Ein schmaler Durchgang. Mieses Wetter. Kein anderer Mensch weit und breit.
Schirm oder Messer?
Reflexartig stelle ich mir die Frage, womit sie sich wehren könnte. Sie hat einen Regenschirm, besser als nichts. Außerdem trägt sie eine voluminöse Handtasche, eher ein Shopper Bag. Darin kann sie nützliche Dinge durch die Gegend tragen. Eine Dose Pfefferspray, ein Taschenmesser, Mineralwasser in einer Glasflasche.
Sie wirkt angespannt, ihr rechter Arm abgespreizt, die Finger zusammengepresst. Ist ihr die Einsamkeit dieser Gegend gerade bewusst geworden?
Das alles klingt nach Opfer. Doch womöglich bereitet sie sich selbst auf eine Tat vor und steht deshalb unter Spannung. Ich bräuchte wie erwähnt noch eine Täterin…