
Skulptur von Jörg Spätig
Poetry-Slam-Contests leben davon, dass „das Publikum ausrastet“, wie selbst der tiefenentspannte Tilo Strauss von Slam-A-Rama bei seiner Anmoderation fordert. Für Länderausscheidungs-Wettbewerbe gilt das ganz besonders. „Klatscht, stampft, kreischt, zündet die Bilder an, wenn euch ein Beitrag so richtig berührt!“, schickt Tilo sich an, die Menge aufzupeitschen. Er ist nicht der einzige, der sich am Übertreten von Markierungslinien versucht. Tom Toxic findet aufwühlende Worte, um eine Depression zu beschreiben. Hannes Maasz erzählt vom ganz normalen Alltags-Irrsinn eines abgelegenen Dorfes, und Carina Hansen erklärt, „Selbstwert ist etwas Hauchzartes“. Slam Poetry im Schatten des Wahnsinns – die Kunsttankstelle ist der passenden Rahmen für dieses Halbfinale!


Im nördlichen Arm Deutschlands, 25 Kilometer von der Küste entfernt und nur 45 Autominuten vor Dänemark, gibt es einen perfekten Platz für Künstler*innen. In Rendsburg liegt ein Garten, so verwunschen und weltoffen zugleich, dass er der perfekte Platz für Inspiration ist.
In der Fleischhauerstraße in Lübecks Altstadt kann man eine Frau treffen, die weiß, wie man fasziniert! Wenn ich durch die Straße radle, stoppe ich gern vor ihrem Atelier im Laden „Blume und Hut“ und werfe einen Blick hinein, gespannt, was sie sich Neues ausgedacht hat. Katja Lux fertigt Fascinators.
„Ich habe im Fünfsternehotel übernachtet.“ – „Na und? Ich habe mich auf der Bühne der Musikhochschule in eine Decke gekuschelt und drei Professoren für mich spielen lassen.“
Schneeweiß, perlweiß, altweiß, schmutzigweiß, zahnweiß, kalkweiß, barytweiß, wolkenweiß, cremeweiß, alabasterweiß… undsoweiter, undsoweißer.
Menschen, die sich Reichsbürger nennen, erkennen weder die Verfassung noch die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland an – geschweige denn ihren völkerrechtlichen Status. Es klingt erst einmal drollig, wenn Gruppierungen eigene „Reichsführerscheine“ ausstellen und von Deutschland im Kriegszustand schwafeln.
Als er die energischen Schritte im Flur hörte, war Aisner klar, dass es mit dem frühen Aufbruch nichts würde. „Alois!“, kam der Kollege vom Empfang ohne Klopfen ins Zimmer gestürzt. „Hier sind Zeugen, die eine Beobachtung zu melden haben. Ehepaar Ansorge.“ In seinem Schlepptau folgte ein ältliches Paar.
Die Staus auf der Fahrt zu Schwiegermuttis Osterbrunch verderben vielen die Freude. Andere, die sich heute Nachmittag noch nach Geschenken für Kind, Mann und Hund abhetzen werden, haben jetzt schon schlechte Laune.
Wer auf die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland zu sprechen kommt, sollte selbst ein dickes Fell haben. Denn sie oder er kann sicher sein: von mindestens einer Seite droht Hass! Hysterie beim Thema Wolf ist heute so sicher wie das sprichwörtliche Amen in der Kirche.
In seinem neuen Fall hat Oberkommissar Alois Aisner zu viele Fährten. Mitten am Tag ist eine Autobombe explodiert, eine Frau wurde in den Tod gerissen.
Liebe Leseri!
Hinziehen möchte man nicht direkt. Ein schönes großes Gebäude zwar, auch ruhig gelegen, Natur drumherum. Und doch fragt man sich schon beim ersten Blick: Was stimmt nicht mit diesem Haus?
Verlassene Gebäude und Wohnwagen üben große Faszination aus. Manche nennen es „morbiden Charme“ und stellen zum Fotografieren ein hübsches Aktmodell davor, um den Kontrast zu betonen. (Höhö!)
Wenn heute der Valentin seine Valentina ausführt, der Julian seine Juliane, die Martina ihren Martin, Andrea mit Andreas essen geht, Karla und K… äh: Thomas zusammen losdüsen – dann kommt hoffentlich ein zum Anlass passendes Gefährt zum Einsatz.
Also erst mal: Was fällt mir überhaupt ein, von einem Fräulein (noch lieber hätte ich gesagt: Frollein) zu reden?!
Beinah alle Motivations-Trainer*innen und bestimmt jeder zweite Consultant hat schon den Antoine de Saint-Exupéry zugeschriebenen Spruch mit den Männern, die ein Schiff bauen sollen, angebracht.
100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland! Ich habe versucht, mich dem Thema ironisch zu nähern. Etwa, indem ich mich über alle nach Gebetsmühle klingenden Parolen lustig mache: 

Am Neujahrstag bricht sich doch mal ein gutes Vorsätzchen Bahn – ich glaube, das ist in Mitteleuropa genetisch bedingt. Und da ich neulich technische Hilfe gegen Streitgründe entdeckt habe, lautet mein Motto für 2019: keine Zankerei mehr wegen banaler Ursachen!
Wenn Licht am Ende des Tunnels blinkt, denkt man automatisch an etwas Gutes. Das macht das Sprichwort. 
Jüngst ließ mich eine Überschrift stutzen, die an prominenter Stelle in den Lübecker Nachrichten abgedruckt war – als Aufmacher des Lokalteils. Es war beileibe nicht das erste Mal, dass ich dachte: o, die Journalistinnen und Journalisten von heute müssen hellsehen können!
Der November. Ich stelle ihn mir vor als etwas griesgrämigen alten Herrn, der eine grobleinerne Kutte von undefinierbarer Farbe trägt, die so weit ist, dass er selbst nicht mehr weiß, wie seine Figur aussieht.
Ich habe in meinem Leben noch keinen November erlebt (und erlebt habe ich schon einige, Seufzerchen…!), in dem es Farben gegeben hätte wie in diesem Jahr. 
Der heutige Herbstspaziergang führte uns ins Lauerholz bei Lübeck.
Das Geniale am Herbst ist: es gibt so viel Gemüse in Lieblingsfarbe! In meinem Fall ist das orange. Deshalb kann ich auf dem Markt nicht an Karotten und Süßkartoffeln vorbeigehen, auch wenn ich eigentlich nur Kürbis kaufen will.
Aus Anlass des 875-jährigen Geburtstags finden in Lübeck
Ich ging auf Recherchetour am Brodtner Ufer bei Travemünde. Auf welchem Abschnitt dieser weitläufigen Steilküste stürzt jemand am plausibelsten ins Jenseits?
Wer abschalten will, fährt ans Meer, lässt plätscherndes Wühlen die Sorgen umspülen. Oder steigt auf den Berg, weil er denkt, dass der Wind dort Gedanken an Lastwolken hängt. Auch kann man, um nichts mehr zu spüren, Rituale mit Wasser und Whisky und Gläsern vollführen.
Als ich vor ein paar Tagen im Oberharz diesen hübschen Schmetterling entdeckte, war ich sicher, auf ein Juwel gestoßen zu sein.
