Der Trend ist deutlich: Überall in Europa sind Frauen auf dem Vormarsch, die der politischen Rechten zuzuordnen sind. Sie nutzen die sozialen Medien, häufig Instagram, für ihre Kampagnen. In den Accounts von Gruppen wie „Lukreta“ geht es zunächst einmal um nette Flechtfrisuren und Handarbeiten. Doch unter all die gefälligen Bildchen mischen sich Statements voller Ressentiments und Hetze. Mehr…
Kategorie: Rundblick
Während ich in der Kategorie „Einblick“ persönliche Anekdoten oder Themen des Autorinnenlebens aufschreibe, in „Anblick“ mit Schnappschüssen Krimistimmung vermitteln möchte und meine Texte in der Rubrik „Durchblick“ ironisch zu verstehen sind, wage ich mich in „Rundblick“ aus meiner Komfortzone heraus.
Und tatsächlich ist dieser Blick ein Wagnis, denn allzu oft fällt mir dabei Beunruhigendes ins Auge.
Aufstieg eines niederträchtigen Kriechers
Wer kennt Diederich Heßling?
Der Mann ist ein Niemand. Und doch brandgefährlich. Er ist niederträchtig, egoistisch, größenwahnsinnig, (leider) redegewandt und geltungssüchtig. Er ist ein Mann, wie er (zu) häufig vorkommt, bis heute. Erschaffen wurde er vor 110 Jahren von Heinrich Mann. Er charakterisierte ihn als „Der Untertan“.
Ohne diese Art Mensch könnte kein Autokrat regieren, käme kein verurteilter Straftäter, kein Psychopath an die Macht. Dieser Mann ist nur zur einen Seite höflich, zur Seite der Macht. Auf der anderen Seite tritt, kratzt und spuckt er. Im Bestreben, seine eigene Stellung zu sichern, geht er über Leichen.
Dumm-dreiste Wahlwerbung
Gestern Abend haben wir einen Umschlag aus dem Briefkasten gefischt, der an „alle Mitbürger“ an unserer Wohnadresse gerichtet war. Eine Postwurfspezial-Sendung, nicht eben die billigste Versandart. Was konnte das sein: Werbung eines Stromanbieters? Eines neu eröffneten Geschäfts? Eines Lieferservice? Oh … der Inhalt war sofort klar, als der Blick auf den Absender fiel, die Stöcker Verwaltungsgesellschaft in Groß Grönau. Die Firma des Mannes also, der Anfang des Jahres mit einer Großspende von 1,5 Mio. Euro an die AfD von sich reden gemacht hat. Und tatsächlich: dumm-dreiste Wahlwerbung landete auf dem Tisch.
Zukunft
Wer weiß schon.
Nur mit Tricks konnte man dich ertragen, altes Jahr!
Wenn man die politische Großwetterlage betrachtet, kann man nur feststellen, dass 2023 ein schauriges Jahr war. Verständlicherweise tun viele Menschen viel dafür, sich ihren Mikrokosmos nett zu gestalten und so eine insgesamt erträgliche Bilanz ziehen zu können. Nur mit Tricks lässt sich die erschreckende Erkenntnis ausblenden, dass auf der Insel der Glückseligen immer weniger Menschen Platz finden. Selbst Spenden für den guten Zweck erleichtern einem das Gewissen nicht auf Dauer.
Was also tun, um sich zum Jahresende ein paar schöne Stunden zu bereiten? Mehr…
Korso? Warum nicht gleich eine Panzerparade?
Wer den ›Herzenswunsch‹ eines kleinen, kranken Kindes infrage stellt, gilt schnell als hartherzig. Ich riskiere das. Denn die Berichterstattung der von uns abonnierten Lokalzeitung bietet m.E. reichlich Anlass zur Kritik. Statt sachlich zu berichten, setzt sie wie ein Boulevard-Blatt auf die Herz-Schmerz-Karte. Stadt verbietet Motorrad-Korso für den kleinen Matheo, so titelten die Lübecker Nachrichten (LN) am Donnerstag.
Grüner Anstrich
Über Elektroroller wird viel geredet. In der Einführungsphase ging es vor allem um die Verkehrssicherheit und darum, ob die Gefährte cool rüberkommen. Nach und nach verschob sich der Fokus. Die Diskussion dreht sich immer häufiger um Rüpel-Fahrer*innen und Abstell-Ärgernisse. Doch ein Thema bleibt auf der Strecke: die Öko-Bilanz.
Himmlers ernstgemeinte Hexenforschung
In der sehenswerten ZDF-Dokumentation Himmlers Macht wird über ein wenig bekanntes Kuriosum berichtet: seine geheime Hexenforschung.
Von einer derart mächtigen Führungsfigur nimmt man gemeinhin an, sie sei rational. Doch Himmler huldigte dem Okkultismus. Er hielt sogar Séancen ab. Mehr…
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…
Als eingefleischte (oder soll ich besser sagen: eingemehlte…?) Knäckebrotesserin sehe ich seit Wochen diese Aufforderung auf Wasa-Packungen. Knäcke kaufen, Kassenbon scannen und hochladen, Urkunde kriegen. Denn pro eingescanntem Bon lässt Wasa einen Baum pflanzen. Toll, nicht wahr? Ist nicht ein Schelm, wer Böses dabei denkt?
Nun ja, lieber Barilla-Konzern, Inhaber der Wasa-Markenrechte und der Wasa-Bäckereien, Du suchst ja „Juristen, Außendienstler und viele andere Berufsgruppen“, wie auf Deiner Website nachzulesen ist.
Gebremstes Überschnappen
Heute ist ein Eigentlich-Tag. Sonne, geöffnete Eisdielen, Sitzplätze draußen – ein Tag, an dem man vor Freude und Übermut überschnappen könnte.
Wäre da nicht das Bewusstsein, dass diese Laune, diese Freude fragil ist. Denn wir wissen: ab morgen bleibt das Café, in dem wir gerade selbstgebackene Mohntorte genießen, auf unbestimmte Zeit geschlossen. Mehr…
Transparenz bei der Online-Bewertung
Transparenz ist was Tolles. Was geschieht, ist klar ersichtlich, Mauscheleien wird der Riegel vorgeschoben. So haben wir den Begriff Transparenz kennen und schätzen gelernt.
Bewertungen, die man in digitaler Form vornimmt – meist, indem man Sternchen verteilt – sollen für Transparenz sorgen. Kunden bewerten den Anbieter, damit andere Kunden sich im Vorfeld informieren und vergleichen können.
Ich habe Transparenz im Internet in einer für mich neuen Form erlebt. Mehr…
Tuckernd in die Zukunft
Heute Nachmittag wurde in Lauenburg der Fahrgastbetrieb des autonom fahrenden Kleinbusses „TaBuLa“ aufgenommen. Die Abkürzung steht für „Testzentrum für automatisiert verkehrende Busse im Kreis Herzogtum Lauenburg“. Dass es sich um Testbetrieb handelt, merkt man schnell: Der putzig daherkommende Kleinbus fährt noch etwas stotternd, tuckernd in die Zukunft.
Rhetorik zum Tag der Einheit
Es ist ein alter rhetorischer Trick. Man antwortet auf eine Frage, die gar nicht gestellt wurde, und lässt die tatsächlich formulierte Frage links liegen.
Die Formulierung ‚links liegen lassen’ ist in diesem Fall unfreiwillig passend, denn es geht um den Landesvorstand der Nord-AfD. Der hat im Zusammenhang mit dem Parteiausschluss seiner Ex-Vorsitzenden bekannter Maßen eine so deutlich rechte Haltung eingenommen, dass selbst der AfD-Bundesvorstand dagegen fortschrittlich wirkt. Mehr…
Düstere Blüten
Wendet man den Blick nach rechts, tummeln sich dort neuerdings wieder erschreckend viele Gestalten. Ließen sich vor 30 Jahren vielleicht ein paar Jungs mit kurzgeschorenen Haaren und leicht deutbaren Klamotten-Labels blicken und versperrten fast die Sicht auf vorsichtig an die Wand gedrückte Vertriebenenfunktionäre und klammheimliche Sympathisanten vom Rand des Bürgertums, treibt das, was in unserer Gesellschaft lange als das Ewiggestrige galt, heute mannigfaltig düstere Blüten. Mehr…
Lost in space tabs: Hikikomori

Der Mensch beherrscht die Technik. Jedenfalls solange, bis sie ihn beherrscht. Ausgehend von der japanischen Hochleistungsgesellschaft, breitet sich in der schönen neuen Welt das Phänomen der Hikikomori aus: Menschen leben monate- oder jahrelang abgeschieden, verlassen ihr Zimmer so gut wie nie und kommunizieren mit der Außenwelt nur über Internet-Portale. Sie sind lost in space tabs, könnte man sagen. Mehr…
Fifty shades of brown
Menschen, die sich Reichsbürger nennen, erkennen weder die Verfassung noch die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland an – geschweige denn ihren völkerrechtlichen Status. Es klingt erst einmal drollig, wenn Gruppierungen eigene „Reichsführerscheine“ ausstellen und von Deutschland im Kriegszustand schwafeln. Mehr…
Parolen zum Johlen
Als an sich selbst zweifelnder Heranwachsender wird man damit getröstet, wie einzigartig man sei. Und dann das wahre Leben: In der Masse Mensch, mit der du täglich zu tun hast, erkennst du dich selbst kaum wieder. Mehr…
Kultur ist die Größte…
Am vergangenen Wochenende war die Kultur mal wieder die Größte, das Größte… und sehr gefragt. Mehr…
Die Nazi-Nummer am Auto
Auch wer sich nicht mit Neonazis beschäftigt, kennt in der Regel einen Teil ihrer platten Symbolik. Mehr…
Keine Ruhe, da rechts

Keine „entspannte Situation“
Die erste Nachricht klingt gut: die Zahl der NPD-Mitglieder geht stetig zurück. Mehr…
299 hochmotivierte Teamplayer, flexibel und belastbar
Vor ein paar Tagen erklärte mir ein Referent bei der Jobbörse, wie Konzerne eingehende Bewerbungen sieben: sie setzen ihre Standardsoftware auf die Suche nach Schlüsselworten an. Wer weniger als – sagen wir – zwei Drittel der als relevant eingestuften Chiffren in seinen Texten untergebracht hat, fällt sofort durchs Raster. Da guckt kein Mensch mehr hin. Mehr…
Schmpfndschnde über you-know-who

Gestern haben wir in unserer Weintrinkerrunde das Trumpeltier thematisiert. Dabei hatte ich mir vorgenommen, diesem Irrtum der Natur kein wohlgeratenes Wort zu gönnen. Deshalb redete ich bislang nur in lautmalerischen Sequenzen wie krrrnkbwwwrmp oder schmpfndschndebrihn über das Sujet. Mehr…
Kind beißt Hund
Ein Fotoprojekt erobert die Welt: winzige Kinder mit riesigen Hunden. Der russische Fotograf Andy Seliverstoff hat eine Serie daraus gemacht (http://www.greatdane.photography/Prints/Little-Kids-and-their-Big-Dogs/), ein Buch veröffentlicht, und Fotojournalisten jubeln, wieviel „Liebe, Mitgefühl, Freude, Vertrauen und Akzeptanz“ darin zum Ausdruck komme (siehe Ausgabe 2/2017 der „PP Photo Presse“ (http://photopresse.de/). Mehr…


